Spreewald

Zahllose Flüsse und Bäche mit einer Gesamtlänge von 970 Kilometern durchziehen den Spreewald, der zu den von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannten Regionen gehört. Zwischen den unzähligen Gewässern befinden sich kleine Siedlungen. Der Verkehr zwischen diesen wird teilweise über Wasserstraßen bewerkstelligt. So kommt es, dass neben Wanderungen und Radtouren (unter anderem auf dem Spreeradweg) Kahnfahrten auf einer der zahlreichen Wasserstraßen zu den beliebtesten Aktivitäten der Spreewald-Urlauber zählen.
Neben Entspannung in der Natur hat der Spreewald jedoch auch Kultur zu bieten und dies in einer Form, wie man sie sonst in Deutschland nur noch in Sachsen antrifft. Der Spreewald ist nämlich die Heimat der Sorben. Bei den Sorben handelt es sich um eine slawische Minderheit in Deutschland, die offiziell als nationale Minderheit anerkannt wird. Dementsprechend gibt es 50 Schulen, in denen Sorbisch Unterrichtssprache ist. Zur Unterscheidung von dem im Sächsischen gesprochene Obersorbisch wird das im Spreewald gesprochene Niedersorbisch auch als Wendisch bezeichnet. In ganz Deutschland gibt es heute noch circa 60.000 Menschen, die sich selbst als Sorben bezeichnen.
In kultureller Hinsicht treten die Wenden im Spreewald heute vor allem zwischen Januar und Anfang März in Erscheinung. Dann ist die Zeit des Zapust, der sorbischen Fastnacht. Dessen Höhepunkt ist der Umzug durch das Dorf, während dessen die Frauen und Mädchen die traditionelle sorbische Tracht tragen. Ein Zentrum wendischer Kultur ist Burg. Weitere Orte im Spreewald sind unter anderem Lübben, Lübbenau und Straupitz.